Bis auf weiteres finden unsere Öffentlichen Vorträge wieder in Präsenz am Institut statt. Bitte erkundigen Sie sich gegebenfalls rechtzeitig vor der Veranstaltung über eventuelle, durch die Infektionslage bedingte Veränderungen.

Die Teilnahmegebühr beträgt 10,- €, für Studierende und Kandidat:innen ermäßigt 5,- €.

Eine Zertifizierung wird jeweils beantragt. Ensprechende Bestätigungen zur Anrechnung von Forbildungspunkten erhalten Sie bei der Veranastaltung im Institut.

Wir laden Sie - auch im Namen des Vorstands des IPB - ganz herzlich ein, an unseren Öffentlichen Vorträgen teilzunehmen.

Edna Baumblatt-Hermanns und Vera Rüster 
 
 
 

Vortragsreihe 2022-2023:

Körper - Sprachen

Unsere Vortragsreihe betrachtet den Körper aus sehr verschiedenen Blickwinkeln. Gemeinsam ist dabei jedoch der Blick auf den Körper als etwas zunächst einmal Gegebenes, das uns die Grundlage unserer Beziehung zur Welt liefert, und das so auch unsere erste Möglichkeit zu anderen zu sprechen darstellt. Dabei wird es darum gehen, wie wir das Wissen um die leibliche Grundlage unserer Existenz und die daraus resultierende leibseelische Verbundenheit verwenden können, um in unseren Behandlungen die Spraches des Körpers in der Kommunikation mit unserern Patienten besser verstehen zu können.

Dabei wird es darum gehen, wie wir das Wissen um diese leibliche Grundlage unserer Existenz und die daraus resultierende leibseelische Verbundenheit verwenden können, um in unseren Behandlungen die Sprache des Körpers in der Interaktion und Kommmunikation mit unseren Patienten besser verstehen zu können. So wird beispielsweise das Konzept der Zwischenleiblichkeit, entwickelt von Maurice Merleau-Ponty, einem französischen Philosophen, verwendet, um darzustellen, welche hilfreiche Bedeutung es für das Verstehen nonverbaler Interaktions- und Kommunikationsprozesse in psychoanalytischen Behandlungen bieten kann.

Insofern behandeln alle Vorträge in ihrem jeweils eigenen Theroieverständnis die unbewusste Sprache des Körpers in ihrer Bezogenheit auf den anderen und stellen Weiterentwicklungen der Konzepte einer psychoanalytischen Psychosomatik dar.


Freitag
30.09.2022, 20.30 h

Joachim Küchenhoff

"DURCH DIE SPRACHE UND MEINEN LEIB BIN ICH AN ANDERE GEWÖHNT"

Psychoanalytische Gedanken zur wortsprachlichen und zwischenleiblichen Verständigung und ihren Grenzen

Leibliches Erleben hat seinen Ursprung in der zwischenmenschlichen Beziehung und ist auf sie ausgerichtet. Der Leib oder der erlebte Körper ist - ebenso wie die Sprache - ursprünglich auf den anderen bezogen. Um den zwischenmenschlichen Bezug der Leiberfahrung zu unterstreichen, nutze ich den von dem französischen Leibphilosophen Maurice Merleau-Ponty geprägten Begriff der Zwischenleiblichkeit. Körperbezogene seelische Störungen und psychosomatische Körpersymptome vereinseitigen die zwischenleibliche Dynamik, andererseits aber erlauben sie auch, etwas auszudrücken, das anders nicht sagbar wäre. In der psychoanalytischen Therapie sind wir als Therapeut*innen darauf ausgerichtet, auf das Jenseits der Worte liegend Gespräch zu hören. Möglichkeiten und Grenzen dieser Verständigung sollen erst allgemein und im Rückgriff auf zeichentheoretische Konzepte dargestellt werden, sodann mit Hilfe einer Kasuistik, die zeigen möchte, welche Bedeutungen körperbezogene Symptome transportieren. Am Ende sollen einige Schlussfolgerungen für deutende analytische Praxis abgeleitet werden.
 
Joachim Küchenhoff, Prof. Dr. med., Psychoanalytiker (DPV, SGPsa, IPA), Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie mit Praxis in Binningen bei Basel, Professor emeritus der Universität Basel, Vorsitzender des Aufsichtsrates und Gastprofessor der Internationalen Psychoanalytischen Universität Berlin, wissenschaftlicher Beirat u.a. des Sigmund Freud - Instituts Frankfurt, Autor und Herausgeber zahlreicher Publikationen
 
 
Mittwoch
18.01.2023, 20.30h

Timo Storck

DER PSYCHOSOMATISCHE TRIEB UND DIE LEIBLICHE GEGENÜBERTRAGUNG:

Leiblinien psychosomatischen Denkens in der Psychoanalyse heute

Die psychoanalytische Psychosomatik kann als eine Theroie des Denkens aufgefasst werden. In vielen Ansätzen lässt sich zeigen, wie es zu einer Unterbrechung einer leibseelischen Verbundenheit und Vermittlung kommen kann. Psychodynamisch hat das zur Folge, dass das psychische Erleben "unlebendig" wird, währen der Körper zum Träger unregulierter Erregungszustände geworden ist. Im Vortrag wird erörtert, welchen Beitrag psychoanalytische Ansätze in Störungslehre und Behandlungstechnik liefern, unter besonderen Berücksichtigungen der Arbeit mit der leiblichen Gegenübertragung.

Timo Storck, Prof. Dr., Psychoanalytiker (DPV, DGPT, IPA), psychologischer Psychotherapeut, Professor für Klinische Psychologie und Psychotherapie an der Psychologischen Hochschule Berlin. Forschungsschwerpunkte: Psychoanalytische Konzeptforschung und Methodologie (v.a. psychoanlalyt Verstehen), spezielle Krankheitslehre (Psychomatik, Zwank, Psychose), Fiimpsychoanalsyse und konzeptvergleichende Psychotherapieforschung. Jüngste Veröffentlichungen: "Körpergefühl" (mit Felix Brauner, 2021),  "Deutung" (2022), "Konzeptuelle Kompetenz in der Psychotherapie" (2022).

 
Mittwoch
15.02.2023, 20.30h


Uta Karacaoglan

ABSTAND, KÖRPER, PSYCHOSE

Anhand von Vignetten aus Behandlungen mit Patienten, die an psychotischen Störungen leiden, wird die Frage erörtert, welche Rolle Abstand in der Beziehung zwischen Analysanden und Analytikerin spielt. Dabei kommt ausgehend von initial fusionären Übertragungsbeziehungen dem Bezug zum Körper eine besondere Bedeutung zu, da er den Ausgangspunkt darstellt, von dem aus ein erster Abstand in der Beziehung wahrgenommmen und etabliert werden kann. Die Folgen für die Behandlungstechnik werden erörtert - insbesondere die Bedeutung bzw. Störungen des unbewussten Körperbildes (Pankow) untersucht und gezeigt, dass über die Wiederherstellung eines abgegrenzten Körperbildes ein erster Abstand entsteht, der das Erleben von Getrenntheit und Unterschiedlichkeit ermöglicht. Dies bildet die Voraussetzung für eine Beziehung zum lebendigen Anderen sowie für Lernen durch Erfahrung und wirkt so der Psychose entgegen.

Uta Karacaoglan, Dr. med., Psychaterin, niedergelassen in eigener Praxis in Köln, Psychoanalytikerin (DPV/IPA), Lerhanalytikerin an der Psychoanalytischen Arbeitsgemeinschaft Köln-Düsseldorf, Mitglied im Editorial Board des International Journal of Psychoanalysis, Mitherausgeberin des Jahrbuch der Psychonalyse, Mitglied im DDPP, Veröffentlichungen zu Tätowierungen, dem Zusammenspeil von Körper und Seele, Psychosen, aktuell: Kracaoglan, U. & Stoupel, D.: Abstand, Körper und Psychose (Jahrbuch der Psychoanalyse, Herbst 2022)
 
 

Mittwoch
15.03.2023, 20.30h


Ulrich Schultz-Venrath

MIND THE GAP - MENTALISIEREN DES KÖRPERS

In den letzten Jahren wurde sowohl von Psychanalytikern als auch von Vertretern des Mentalisierungsmodells dem Körper aus verschiedensten Gründen zunehmend größere Aufmerksamkeit zuteil, nachdem Freud und die Psychoanalyse das "Grenzgebiet der Physiologie" als Rückschritt in ein medizinisches Denkenk ansahen. Mit der Intensivierung des Interesses am Präverbalen, am "noch nicht" des Wortes und der Sprache wurde zunehmend deutlich, dass die somato-psychische Basisorganisation den Zusammenhalt des Subjekts ermöglicht und dasss es kein nicht-körperliches Selbst gibt. An klinischen Beispielen wird die Einführung des Körper-Modus ("body mode") als frühester prä- oder non-mentalistischer Modus zur Affektregulation erläutert. Aufgund der Auseinandersetzung mit der kognitiven "Theoriy of Mind" in den 90er Jahren war der Körper im Mentalisierungsmodell noch nicht in den Blick geraten. Die Integration dieses Modus geht mit einer Veränderung der Behandlungstechnik einher, um Patienten mit Störungen auf dieser Ebene mentalisierungsfördernd besser zu erreichen.

Ulrich Schultz-Venrath, Prof. Dr. med., Arzt für Psychosomatik und Psychotherapie (DGPM) und Nervenheilkunde (DGN), Psychoanalytiker (DPV, IPA, DGPT) und Gruppenlehranalytiker (D3G, IGAM, EFPP, GASI) in eigener privater Praxis in Köln. Vorstandmitglied von MBT-D-A-CH und Vorsitzender des Instituts für Gruppenanalyse und Mentalisieren in Gruppen (IGAM e.V.). Professor für Psychosomatik und Psychotherapie an der Universität Witten/Herdecke, Publikationen zur Gruppenanalyse, Geschichte der Psychoanalyse und Psychosomatik, Sprecher der Herausgeber der Zeitschrift "Gruppenpsychotherapie und Gruppendynamik - Zeitschrift zur Theorie der Gruppenanalyse" und des Beirats für Wissenschaft und Forschung der D3G. Herausgeber der Reihe "Mentalisieren in Klinik und Praxis", Autor des Lehrbuchs "Mentalisieren - Psychotherapeien wirksam gestalten" (2013).
 
 
Mittwoch
21.06.2023, 20.30h


Ewa Kobylinska-Dehe

LEIBLICHKEIT UND TRÄUMERISCHES SPRECHEN

Der Vortrag behandelt drei Themenkomplexe: Als erstes wie aus dem biologisch gegebenen Körper das leibliche Selbst entsteht, zweitens wie es zur Störung dieses Prozesses kommen kann und drittens wie mithilfe des träuerischen Sprechens in der klinischen Situation die Patienten ihren Körper wieder "verleiblichen" können, indem sie im Sinne von Ogden zu träumen beginnen. Diese Prozesse werde ich an klinischen Beispielen aufzeigen.

Ewa Kobylinska-Dehe, Dipl.-Psych., M.A., Dr. phil., Professorin für theoretische Psychoanalyse und Philosophie an der Polnischen Akademie der Wissenschaften und an der International  Psychoanalytic University Berlin, Psychoanalytikerin und Supervisorin (FPI, DPV), Lehranalytikerin am Anna-Freud Institut Frankfurt, Arbeiten zu Hermeneutik, Methodologie der Kulturwissenschaften, Psychoanalyse in der kulturellen Moderne, Geschichte der Psychoanalyse, Psychoanalyse und Phänomenologie, Leiblichkeit, transgenerationale Traumaweitergabe
 
 
 

Aktueller Informationsabend

 
zur
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am 10.11.2022
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