Fortbildung - Öffentliche Veranstaltungen


Vortragszyklus 2019 - 20

IS THERE ANYBODY OUT THERE - - - - ?


Fragen zum Verhältnis von Psychoanalyse und Gesellschaft: Psychoanalytiker denken als Beteiligte und Mitverantwortliche über die Gesellschaft nach in der sie leben. Als Mitglieder der Gesellschaft sind sie allen Bewegungen, Entwicklungen und Verwerfungen ausgesetzt, die sie untersuchen und verständlich machen wollen, um Teil zu nehmen am öffentlichen Diskurs. Was können sie beitragen, zu wem sprechen sie, werden sie gehört - und verstanden? Gibt es einen Austausch von Erfahrungen, Erkenntnissen und Standpunkten? Oder befindet sich die Psychoanalyse in einem abgeschirmten Sprach- und Kulturraum?

Freitag
20.9.2019, 19.00h

Inge Kley, Gisela Zemsch

IS THERE ANYBODY OUT THERE - - - - ?

Wir stellen Fragen: "Out there" oder eher "Inside"? / Ist Psychoanalyse zeitgemäß? / Ist sie in der Gesellschaft "angekommen"? Wie? / Kann sie beitragen zum Verständnis von gesellschaftlichen Phänomenen und Prozessen? / Hilft Deuten? wer oder was wird gedeutet?

Dipl.-Psych. Inge Kley, Psychoanalytikerin (DPG/ IPV) in Wilmersdorf, Dozentin, Supervisorin, Lehranalytikerin und Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit am IPB
Dr. phil. Gisela Zemsch, niedergelassen als Psychoanalytikerin in Nürnberg (IPV/ DPG) und Lehranalytikerin, Supervisorin und Dozentin am IPNR. Sie ist engagiert in der "AG-Marktplatz" der DPG. Forschungsschwerpunkt: Supervision in der psychoanalytischen Ausbildung

Eintritt 10 €, ermäßigt 5 €


Mittwoch
20.11.2019, 20.30h

Karin Johanna Zienert-Eilts

DESTRUKTIVER POPULISMUS - PERVERTIERTER CONTAINER. EINE PSYCHOANALYTISCHE PERSPEKTIVE AUF DIE GESELLSCHAFT

Das gesellschaftlich immer drängender werdende Phänomen des Populismus wird mit Hilfe der aufeinander aufbauenden Konzepte von Sigmund Freud, Melanie Klein, Herbert Rosenfeld und Wilfred Bion entwickelt und am Beispiel von Donald Trumps Wahlkampf - illustriert mit kurzen filmischen Szenen seiner Auftritte - erhellt.

Dr. phil. Karin Johanna Zienert-Eilts, Psychoanalytikerin (DPG/ IPV) in Wilmersdorf, Dozentin am Psychoanalytischen Institut Berlin. Sie arbeitet zu den Themen "Geschichte der Psychoanalyse" und "Destruktive Gruppenprozesse"

Eintritt 10 €, ermäßigt 5 €


Mittwoch
22.1.2020, 20.30h

Vera Kattermann

RECHTSEXTREMISMUS - EIN GESELLSCHAFTLICHES BORDERLINE-PHÄNOMEN?

In der Psychoanalyse werden Rechtsextremismus und Neonazismus oft mit der Theorie der "Wiederkehr des Verdrängten" erklärt. Doch bleibt sie als Verständniszugang zur derzeitigen politischen Extremisierung unbefriedigend. Ist Rechtsextremismus möglicherweise auch als eine Art "gesellschaftliches Borderline-Syndrom" zu verstehen? Und wenn ja, worin bestünde die "Heilung"?

Dr. phil. Dipl.-Psych. Vera Kattermann, Psychoanalytikerin, Gruppenanalytikerin und Kinderpsychotherapeutin in Schöneberg. Forschungsschwerpunkte: Interkulturelle Psychologie, Seelische Folgen totalitärer Systeme

Eintritt 10 €, ermäßigt 5 €


Mittwoch
19.2.2020, 20.30h

Maya Nadig

ZUR PSYCHOANALYTISCHEN HALTUNG GEGENÜBER DEM KULTURELL UND PSYCHISCH FREMDEN

Es geht im Vortrag um die Schwierigkeiten, die entstehen, wenn wir mit Patienten arbeiten, die aus einer anderen Kultur, Klasse oder Umgebung kommen und dadurch Irritationen, Unsicherheit oder Angst auslösen.

Prof. Dr. Maya Nadig, Psychoanalytikerin (DPG) in Charlottenburg, Kulturanthropologin und Ethnopsychoanalytikerin. Forschungsschwerpunkte sind: postkoloniale Kulturtheorien, Migration, Transkulturalität und Identitätsformationen im Kontext der Globalisierung
 
Eintritt 10 €, ermäßigt 5 €


Mittwoch
18.3.2019, 20.30h

Bettina Ganse

"DIE VÄTER HABEN SAURE TRAUBEN GEGESSEN UND DEN KINDERN WERDEN DAVON DIE ZÄHNE STUMPF" (Jer. 31;29)

Der Roman "Fluchtstücke" von Anne Michaels lässt sich als Buch über die transgenerationale Weitergabe von erlittenem Schmerz lesen. Wir lernen einen jungen Mann kennen, der als Sohn eines Holocaust-Überlebenden das unheilvolle Erbe eines nicht selbst erlebten Schreckens antreten musste. Anhand von Ausschnitten zeigt die Referentin, wie ein Kind der zweiten Generation die innere Welt seiner traumatisierten Eltern in sich aufnimmt.

Dr. phil. Dipl.-Psych. Bettina Ganse, niedergelassen als Psychoanalytikerin (DPG)  und Gruppenanalytikerin (DPG) in Lichterfelde-West, Dozentin am IPB

Eintritt 10 €, ermäßigt 5 €


Mittwoch
22.4.2020, 20.30h

Tülay Özbek

ZUR (PSYCHO-)DYNAMIK TRANSGENERATIONALER WEITERGABE - IHRE BEDEUTUNG FÜR INDIVIDUEN UND GESELLSCHAFT

Wenn das Weitergegebene Zeugnis ist von etwas, das so gewaltig und gewaltsam gewesen ist, dass es die Struktur des seelischen Verstehens gesprengt hat, dann ist das, was weitergegeben wird etwas, das diffus, geisterhaft und nicht zuordenbar bleibt und gleichsam als Fremdkörper außerhalb des Seelischen sowohl im Eigenen wie auch in dem der nachfolgenden Generation fortlebt. Die transgenerationale Weitergabe hat aber auch einen Aspekt, der psychische Struktur aufbaut und Identität stiftet. 

Dipl.-Psych. Tülay Özbek, Psychoanalytikerin (DPV) in Berlin-Mitte, Mitglied des Berliner Psychoanalytischen Instituts Karl-Abraham. Dozentin und Supervisorin im "Berliner Seminar für Interkulturelle Psychotherapie und Supervision" - einer Weiterbildung der Berliner psychoanalytischen Institute und der Charité Berlin. Interessenschwerpunkt: Identitätsentwicklung im Kontext von Migration, Globalisierung und Rassismus

Eintritt 10 €, ermäßigt 5 €


Mittwoch
20.5.2020, 20.30h

Ada Borkenhagen

"BILDSCHÖN" ODER "UGLY DOPES"? WEIBLICHER NARZISSMUS UND SCHÖNHEITSMEDIZIN

Selfies, Tätowierungen, Schönheitsoperationen - das Betrachten des eigenen Körpers soll zum Bewundern werden. Der optimierte Mensch (Self-Enhancement) ist in den westlichen Gesellschaften zu etwas wie einem neuen Sozialcharakter avanciert. Im Vortrag werden kulturhistorische und gesellschaftliche Bezüge verknüpft mit Überlegungen zu individuellen Erleben. 

PD Dr. phil. habil. Dipl.-Psych. Ada Borkenhagen, niedergelassen als Psychoanalytikerin (DPG/ IPV) in Charlottenburg. Dozentin, Supervisorin und Lehranalytikerin am IPM Magdeburg. Forschungsschwerpunkte (Otto-von-Guericke-Universität, Magdeburg): geschlechtsspezifische Einstellungen und Erlebensweisen des Körpers
 
Eintritt 10 €, ermäßigt 5 €
 
 
Mittwoch
17.6.2020, 20.30h

Nikos Karaiskos und Maja von Strempel

KLEBEN AM SMARTPHONE. ÜBERLEGUNGEN ZU SPIELERFAHRUNGEN IM NETZ UND IHRE AUSWIRKUNGEN AUF DIE INNERE WELT

Schon mit neun Jahren nutzen viele Kinder jede Möglichkeit, sich in Videospiele zu vertiefen. Die Referenten stellen reale Beziehungen den Beziehungsangeboten virtueller Spiele gegenüber und sie stellen Überlegungen dazu an, wie sich diese Spielerfahrungen auf Beziehungsphantasien und auf die Beziehungs- und Konfliktfähigkeit von Kindern und Jugendlichen - und langfristig auf die Gesellschaft - auswirken.  

Dr. Nikolaos Karaiskos ist Physiker am Berliner Institut for Medical Systems Biology / Max-Delbrück-Centrum
Dipl.-Psych. Maja von Strempel ist Psychoanalytikerin (DGPT/ DPG/ IPV) in Neukölln, Dozentin am IPB. Sie ist auch Fachpsychologin für Rechtspsychologie
 
Eintritt 10 €, ermäßigt 5 €

Aktueller Informationsabend


Aus- und Weiterbildung am IPB

Do. 19.09.19
20:15 Uhr

 

Lange Nacht der Wissenschaften

unter PA-LNDW


Wissenschaftliches Programm 2019

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